Re­fle­xi­on der ei­ge­nen Mi­gra­ti­ons­ge­schich­te: „Ha­s­an“ – Aus­stel­lung trifft samo.fa

Die Idee

Samo.fa ist ein bundesweites Vorhaben, das vom Bundesverband NeMO ausgeht und an dem Migrantenorganisationen in 31 deutschen Städten beteiligt sind (www.samofa.de und www.bv-nemo.de ).

Das Kürzel samo.fa steht für: Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit. Viele Menschen mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland leben, sind in der Flüchtlingsarbeit aktiv, die meisten hiervon ehrenamtlich. Samo.fa verfolgt einen doppelten Ansatz: nämlich die Stärkung von Aktiven oder Ehrenamtlichen mit Migrationsgeschichte, die aus Migrantenorganisationen kommen. Diese Migrantenorganisationen selbst sind die Partnerinnen in samo.fa. Dies zeigt zugleich: Migrantenorganisationen sind für eine Einwanderungsgesellschaft, wie sie Deutschland ist, unverzichtbar. Sie brauchen Anerkennung „auf Augenhöhe“.

samofaIm Zwischenbericht für samo.fa findet sich eine Argumentation zum besonderen Beitrag, den Menschen mit Migrationsgeschichte in der Flüchtlingsarbeit leisten (können).Kurz gefasst, wird dies dort in einem reflexiven Umgang mit der eigenen Migrationsgeschichte (bzw. derjenigen der Eltern, Verwandten etc.) gesehen. Für diesen reflexiven Umgang sind die Migrantenorganisationen unverzichtbar, weil sie gewissermaßen kollektiv die Erinnerung an Flucht/Migration aufbewahren. Die Betonung eines reflexiven Umgangs trägt dem Umstand Rechnung, dass ein solcher Erfahrungstransfer nicht einfach gegeben ist, sondern bewusst erfolgen muss, u.a. durch das Bedenken der eigenen Geschichte. „Reflexion der eigenen Migrationsgeschichte“ wird demnach ein wichtiger Bereich des Bausteins Weiterbildung für das „Kompetenzzentrum“ sein müssen. Geklärt werden muss u.a., wie man dies methodisch macht. Migrationsausstellungen können hierbei ein „Ort“ sein, der Nachdenken über die eigene Geschichte ermöglicht, insbesondere dann, wenn sie aus der Perspektive und unter aktiver Beteiligung von Migrantenorganisationen entstanden sind. Dies trifft für die Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ zu, die in Dortmund entwickelt und gezeigt wurde und nun noch für einige Tage in Hagen zu sehen ist..Darüber hinaus ist sie besonders geeignet, weil sie mehrperspektivisch ist ( nicht nur, was die verschiedenen Generationen von Migration betrifft, sondern auch in Hinblick auf die verschiedenen Formen von Migration; Flucht ist dabei im Laufe der Zeit zu einem Schwerpunktthema geworden ). Als Ausstellung, die sich auf die lokale Handlungsebene bezieht, hat sie einen gewissen Dortmund-Bezug, der aber – wie die Hagener Präsentation zeigt – gut bearbeitet werden kann, wenn jeweils – wenige – lokale Ergänzungen vorgenommen werden. Die Ausstellung ist ab sofort verfügbar und: der vmdo kann über sie verfügen.

„Onkel Hasan“ zu Gast bei samo.fa

„Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ wird (zunächst) bis Ende 2017 dem Vorhaben samo.fa und dem NeMO-Verbund zur Verfügung gestellt und an vier verschiedenen Orten gezeigt, jeweils für einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten. Hierzu wird eine Arbeitshilfe erstellt. Die Ausstellung ist in zwei Varianten verfügbar, je nach vorhandenem Raum: einer Komplettausstellung auf 200 qm und einer Kompaktversion auf 100 qm.

Von den ausstellenden Partnern werden Eigenleistungen erwartet:

  1. einer lokalen Ergänzung der Ausstellung
  2. der aktiven Nutzung der Ausstellung während der Zeit ihres „Aufenthalts“ vor Ort und
  3. dem Bemühen um eine Kofinanzierung. Die letzte Station am Ende des Jahres 2017 und in Kombination mit der NeMO- Jahreskonferenz soll Berlin sein.

ÜK/WK 23.01.2017

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