Po­di­ums­dis­kus­si­on – Pol­ni­sches Pan­kow

Sie sind herzlich eingeladen am 18. Januar um 18 Uhr
an der Veranstaltung Agata, Zbigniew und Krystyna – Polnisch Pankow teilzunehmen.

In: Museum Pankow, Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin.

In Kooperation mit dem Sprachcafé Polnisch e.V. – Flyer zum Downlaod.

Mit rund 3.058 Mitgliedern bilden die polnischstämmigen Berlinerinnen und Berliner in Pankow hinter der italienischen Community die zweitgrößte Migrantengruppe. Im Verhältnis zu vielen anderen Zuwanderergruppen, die durch ihre Sprache, Gastronomie und Geschäfte im Stadtraum präsent sind, bleiben die Polinnen und Polen in Berlin relativ unauffällig.

Ost- und West-Berlin erlebten bis 1990 unterschiedliche Phasen der Migration aus Polen, u. a. infolge von Familiengründungen oder Arbeitsverhältnissen. Verließen in den Siebzigern und Anfang der Achtzigerjahre zumeist Polinnen und Polen mit akademischem Hintergrund aus politischen Gründen ihr Heimatland, waren die Migrantinnen und Migranten der späteren Auswanderungswellen vor allem Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, die eher aus wirtschaftlichen Motiven in die Bundesrepublik zogen. Heute zeigt sich neben den verschiedenen sozialen und politischen Stellungen eine Kluft zwischen den Generationen. Seit dem Beitritt Polens zur EU im Jahre 2005 entscheiden sich insbesondere junge Menschen zu einem längeren Aufenthalt im nahe gelegenen Berlin.

Bei der Podiumsdiskussion kommen unterschiedliche Generationen der polnischen Zuwanderung nach Pankow zu Wort. Während der Veranstaltung berichten die eingeladenen Gäste u.a. über ihre persönlichen Migrationserfahrungen.

Unsere Gesprächspartner

Krysia Sar (1937 in Łódź geboren), mit bürgerlichem Namen Dr. Krystyna Reemer, studierte ab 1959 in Moskau, heiratete dort einen Studenten aus der DDR, ging 1965 nach Ost-Berlin, promovierte an der Hochschule für Ökonomie und arbeitete im Außenhandel der DDR. Von 1975-79 sowie 1990 begleitete sie ihren Ehemann, der als Diplomat tätig war, in die USA.

Stanisław Baran (1953 in Kobylnica Wołoska geboren) absolvierte in Polen eine Ausbildung zum Zerspanungsfacharbeiter und ging 1975 als Vertragsarbeiter in die DDR. Er arbeitete zunächst in Bautzen, heiratete und zog 1979 mit seiner Frau nach Ost-Berlin. Er arbeitete zehn Jahre bei der Berliner Zigarettenfabrik VEB Garbáty.

Agata Koch (1969 in Lublin geboren) studierte nach ihrem Abitur Germanistik in Leipzig, kam 1990 nach Berlin und lebt seit 1999 in Pankow. Sie arbeitet als Sprachdozentin, Dolmetscherin und Übersetzerin und initiierte 2012 das Sprachcafé Polnisch e.V., einen offenen Begegnungsort für Sprache und Kultur.

Agata Eßer (1979 in Kozienice geboren) studierte in Polen Politik- und Sozialwissenschaften und ging für Studien im Rahmen ihrer Promotion über die Integration von Polinnen und Polen in den USA für mehrere Monate nach Chicago. Sie lebt seit 2008 in Berlin und berät heute im Welcome Center Pankow neu zugezogene Pankowerinnen und Pankower aus dem Ausland.

Moderation

Bernt Roder, Leiter des Museums Pankow

17 Uhr Führung durch die Ausstellung

Dr. Wilfried Kruse, Kurator der Wanderausstellung »Onkel Hasan und die Generation der Enkel«