On­kel Ha­s­an und die En­kel in Pan­kow

Migrationsgeschichte (n) im Nordosten Berlins

Unter diesem Titel wird die Ausstellung vom 14. Dezember 2017 bis mindestens Ende Februar 2018 im Pankow Museum, Prenzlauer Allee 227-228, zu sehen sein. Das ist ein großartiger Standort, nur wenige Straßenbahnhaltestellen vom Alexanderplatz entfernt, mitten im Prenzlauer Berg. Das „Gründerzeit“ – Areal am Wasserturm, in dem auch die Volkshochschule angesiedelt ist, war von 1886 bis 1997 Schulstandort.

Pankow mit seinen Teilen Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee ist einer der zwölf Berliner Bezirke und hat mehr als 380.000 Einwohner*innen, Tendenz wachsend. Knapp 16 Prozent der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund (Berlin gesamt: 28 %); aber auch hier „Tendenz wachsend“, denn z.B. kam fast jede zweite Person, die in den letzten Jahren nach Pankow gezogen ist, aus dem Ausland. Die meisten der Menschen mit Migrationsgeschichte des Bezirks leben im Prenzlauer Berg. Die Einwanderung nach Pankow hat Besonderheiten, denn sie kommt schwerpunktmäßig aus der Europäischen Union. Die größte Gruppe stellen Einwanderer aus Polen, schon an zweiter Stelle kommen Italiener; die Zahl der Einwanderer*innen aus Spanien steigt. Diese Migration ist jung; es sind junge Leute, die in ihren Ländern nach der tiefgreifenden Finanzmarktkrise wenig Perspektiven sahen. – Klassische Arbeitsmigration wie jene der späten 60er Jahre, die einen der Schwerpunkte der Ausstellung bildet, gab es in Pankow zur DDR – Zeit nicht, wohl aber z.B. vietnamesische Vertragsarbeiter*innen, von denen, ihren Kindern und Enkeln immer noch viele im Bezirk leben. Geflüchtete der letzten Jahre bilden eine neue, wichtige Gruppe von Eingewanderten.

Es ist also vieles in Bewegung. Die Ausstellung wird sich diesen verschiedenen Gesichtern der Migration öffnen, ebenso, wie es auch in den bisherigen Standorten Dortmund, Hagen, Neuss und Düsseldorf-Garath geschehen ist. In einer Reihe von Begleitveranstaltungen geht es deshalb vor allem um Migrationsgeschichte (n) im Nordosten Berlins.

Die Ausstellung wird gemeinsam ausgerichtet von der Integrationsbeauftragten des Bezirks Pankow, dem Pankow Museum und dem Bundesverband NeMO mit dessen Vorhaben „Stärkung von Aktiven aus Migrantenorganisationen in der Flüchtlingsarbeit“ und seinem örtlichen Partner moveGLOBAL, dem Berliner Verband migrantischer-diasporischer Organisationen in der Einen Welt (www.move-global.de).

WK 11.11.2017