„On­kel Ha­s­an und die En­kel“ auf Wan­der­schaft

Hasan und die Enkel oder:
Zusammenleben in Dresden

Eine Ausstellung und viele Begegnungen

Die Ausstellung kommt aus Dortmund und setzt zwei Blickrichtungen zueinander in Beziehung: diejenige der ersten Generation der Arbeitsmigrant*innen, die vor allem in den 60er Jahren kamen und damals „Gastarbeiter“ genannt wurden, und diejenige der Enkel“. Die „Enkel“, das sind junge Leute aus Familien mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland geboren und/oder aufgewachsen sind.

Was hat eine Ausstellung aus der „alten Bundesrepublik“ mit Dresden zu tun? Sie zeigt beispielhaft, was es bedeutet, als Migrantin oder Migrant in ein Land zu kommen, das zunächst ganz fremd und wo es schwierig ist, heimisch zu werden. Sie zeigt beispielhaft, dass für die „Enkel“ gleichberechtigte Teilhabe auch heute noch nicht gesichert ist. Und weiter: Exil, Flucht und Asyl sind ebenfalls Thema.

Die Ausstellung regt dazu an, eigene Bezüge herzustellen. Auch dazu, wie es um die Einwanderinnen und Einwanderer, die neuen Bürgerinnen und Bürger Dresdens bestellt ist. Deshalb wird sie ergänzt durch Einblicke in Dresdner Einwanderungsgeschichten und sie wird durch Begegnungen, Information und Diskussion, Musik und Beisammensein begleitet. Afropa eröffnet gleichzeitig mit der Ausstellung den „Weltclub – Interkulturelles Stadtteilzentrum Äußere Neustadt“.

Onkel Hasan steht für die Arbeitsmigranten der 1. Generation, die in den 60er und 70er Jahren angeworben wurden. Der Blick in die Geschichte der Einwanderung wird kontrastiert durch die Perspektive der Generation der Enkel, also von jungen Leuten aus Familien mit Einwanderungsgeschichte, die hier geboren und / oder aufgewachsen sind. Aber angeworbene Arbeitsmigration ist nicht die einzige Form von Migration: die Ausstellung zeigt die Vielfalt von Migration, zu der insbesondere auch Flucht gehört. Und sie zeigt den Kampf um gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe.

Zwanzig Stationen und viele Info-Säulen, Musik, Filme und Videos erzählen Geschichten, zeigen Hintergründe, geben Hinweise und Kommentare zum Weiterdenken.

Die Ausstellung macht deutlich: Migration hat viele Gesichter! Und: eine große Zahl der Migranten und Migrantinnen, die nach Deutschland gekommen sind, haben heute hier ihren Lebensmittelpunkt.

Onkel Hasan und die Generation der Enkel ist eine Ausstellung zu Migration und Einwanderungsstädten. Sie wurde 2015 entwickelt, 2015/2016 im Haus der Vielfalt und im Hoesch-Museum in
Dortmund und anschließend im Jungen Museum der Stadt Hagen und im Rathausfoyer in Neuss gezeigt.

Team der AusstellungsmacherInnen:

Michael Dückershoff, Dr. Ümit Koşan, Dr. Wilfried Kruse, Prof. Dr. Angela Paul-Kohlhoff.

Veranstalter von Onkel Hasan und die Enkel auf Wanderschaft:

Bundesverband NeMO im Rahmen des Projekts samo.fa und Afropa – Verein für afrikanisch-europäische Verständigung e.V.