Neuss: Hasan-Ausstellung gibt An­stö­ße

Unter der Überschrift Gastarbeiter prägen Stadtgeschichte mit nimmt die „Neuss-Grevenbroicher-Zeitung“ am 8. April 2017 in einem längeren Artikel die „Hasan“-Ausstellung im Rathausfoyer zum Anlass, um danach zu fragen, was sich von der Einwanderungsgeschichte in den städtischen Archiven findet. Wenig: ist die Antwort. Der Neusser Archivleiter Jens Metzdorf weist allerdings darauf hin, dass sich im Archiv zumindest ein Fundus von Fotos findet. Nun soll systematisch weitergesammelt werden, vor allem auch Zeitzeugenberichte. „Solche Sammlungen müssten vor Ort entstehen, sagt Metzdorf, der dieser ‚Überlieferungsbildung‘ große Bedeutung beimisst.“

Arbeitsmigranten im Traktorenwerk. Quelle: Stadtarchiv Neuss

Die Ausstellung gibt auch in anderer Hinsicht Anstöße. So zum Beispiel ist sie ein Beleg dafür, dass die Stadt Neuss interkulturell ausgerichtet ist. Sie gehörte nämlich zu den Stationen eines kurzen Besuchs von Mitgliedern der bundesweiten Koordinierungsstelle des Programms „Kultur öffnet Welten“ – und Neuss gehört zu zehn Städten, die aufgrund ihres interkulturellen Stadtkonzepts in die engere Wahl für einen Sonderpreis genommen wurden. Harald Müller, Leiter des Kulturamts der Stadt, präsentierte die Idee einer „Neuen deutschen Stadtgesellschaft“, in der die Vielfalt lebendig und erlebbar sein wird.

Aber es passiert noch mehr in der „Hasan-Ausstellung“: am 25. und 26. April und am 2. Mai gibt es Führungen für Schülerinnen und Schüler, aus dem Marie Curie Gymnasium und aus der Janusz Korczak Gesamtschule. Am 2. Mai findet außerdem abends eine „Dialog-Tisch-Veranstaltung“ statt, die von Bouchra El Mai moderiert wird.

W.K. 17.04.2017

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