„Ha­s­an & En­kel“: Sta­ti­on im Rat­haus­foy­er in Neuss

Rathaus Neuss vom Marktplatz aus

Samstag, 4. März 2017

Ein Vorfrühlingstag. Draußen auf dem Marktplatz sind schon viele Plätze draußen vor den Cafés und Restaurants besetzt. Drinnen, im Rathausfoyer, wird mit Hochdruck am Aufbau der „Hasan & Enkel“-Ausstellung gearbeitet.

Beratung für den Aufbau: Despina Kosmidou, samo.fa-Koordinatorin vom Raum der Kulturen Neuss, Ozan Erdogan, Vorsitzender vom Raum der Kulturen und vom Integrationsrat der Stadt Neuss, Prof. Dr. Angela Paul-Kohlhoff, vom Team der Ausstellungsmacher_innen aus Dortmund

Was ist das für ein Ort, an dem „Hasan & Enkel“ bis zum 4. Mai zu Gast ist?

Neuss ist eine von acht kreisangehörigen Städten im Rheinkreis Neuss und hat ca. 152.000 Einwohner. Davon haben ca. 21.350 Einwohner_innen einen ausländischen Pass. Die größte Migrantengruppe ist die der türkischen Mitbürger_innen, gefolgt von Griechen, Polen, Serben/Montenegrinern/Kosovaren, Portugiesen, Italienern. – Zurzeit (Ende 2016) leben etwas mehr als 300 Geflüchtete in sechs kommunalen Flüchtlingsunterkünften und ca. 250 in Wohnungen. 100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leben in drei Schutzstellen in Neuss.

Die Stadt Neuss ist im Bereich Migration, Integration, Teilhabe aktiv: so wurde z.B. 2013 der 1. Kommunale Integrationsbericht veröffentlicht und die Stadt vergibt einen Integrationsförderpreis. Die Stadt Neuss sagt über sich: „Die Stadt Neuss steht für die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte und fördert mit verschiedenen Mitteln deren Anteilnahme am gesellschaftlichen Leben der Stadt. Im Rahmen des Integrationskonzeptes arbeiten zahlreiche Institutionen, Verbände, karitative Organisationen und Ämter erfolgreich im „Neusser Netzwerk Integration“ zusammen. Den Migrantinnen und Migranten wird auf dieser Basis ein

umfangreiches Sprachförder-, Bildungs-, Begegnungs- und Beratungsangebot bereitgestellt.“

Hierzu gehört auch der gemeinnützige Verein Raum der Kulturen Neuss e.V., der 2015 gegründet wurde. Er versteht sich als lokaler Dachverband von Migrantenorganisationen sowie interkulturell agierenden Vereinen und engagiert sich in den Bereichen Kultur, Bildung, Soziales sowie in der Kinder- und Jugendarbeit.

Zur Arbeit mit Flüchtlingen, die der Raum der Kulturen Neuss e.V. im Rahmen des bundesweiten Vorhabens samo.da (www.samofa.de) durchführt, berichtet die Rheinische Post online am 29.November 2016 unter der Überschrift Mut zur Arbeit mit Migranten u.a.

„Wenn Integration gelingt, dann hat das auch in den Migrationsorganisationen, die sich um Flüchtlinge und Zuwanderer kümmern, seine Ursache. Auf sie wies der Titel der Podiumsdiskussion „Unsichtbare Helfer – sichtbarer Erfolg?“ hin, die Teil eines Aktionstages im Clemens-Sels-Museum war. Gastgeber und Ausrichter war die Initiative Samo.Fa (Stärkung der Aktiven aus Migrationsorganisationen in der Flüchtlingsarbeit), die sich etwas mehr Resonanz gewünscht hätte. … „Am Anfang ging es für die Geflüchteten um eine Grundversorgung“, erklärt Hamdi Berdid den neuen Ansatz, „aber mittlerweile hat für viele der Alltag begonnen.“ Dazu gehören nicht zuletzt die Suche nach Arbeit und Wohnung – und einem Schul- oder Kindergartenplatz. Helfen können da Migranten, die schon in Neuss heimisch sind. Denn die standen ja selbst einmal vor der Situation, sich in einem für sie fremden Land zurechtfinden zu müssen. Am Samstag ging es unter anderem darum, die Bandbreite der Migrationsarbeit vorzustellen – und ihre Möglichkeiten. Die können sich schon in kleinen Dingen ausdrücken. Im Kinderprogramm zum Beispiel führten Anna und Abdul, beide 14 Jahre jung, Kinder durch das Museum. Für Erwachsene gab es zweisprachige Führungen in Deutsch und Arabisch beziehungsweise Kurdisch. Das übernahm eine aus Syrien geflohene Kunsthistorikerin. Minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern in Neuss gelandet waren, boten zudem Stadtführungen an, in denen sie sich bemühten, ihre neue Heimat vorzustellen…“

WK 4. März 2017

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