Das „On­kel Hasan- Aus­stel­lungs­pro­jekt“ (An­ge­la Paul-Kohlhof, 06/2014)

Wie in der letzten Ausgabe der Zeitung Echo der Vielfalt wurde bereits kurz über das Onkel Hasan Projekt berichtet und auf die vorbereiteten Veranstaltung im Hoesch Museum und dem Haus der Vielfalt berichtet. In der Einwanderungsstadt Dortmund wird Migration erstmals in einer größeren Ausstellung und in spezifischer Weise zum Thema gemacht.
Die Ausstellung soll in beiden Standorten am 1.3.2015 eröffnet werden.

Es gibt fünf Besonderheiten dieses Projekts:

  • Die Arbeitsmigration der 1. Generation wird mit den Perspektiven der 3. Generation kontrastiert; die Perspektive der 3. Generation ist ein neues Thema im Rahmen von Ausstellungen über Migration.
  • Arbeitsmigration wird entsprechend der Dortmunder Tradition der industriellen Arbeit zum Ausgangspunkt („Onkel Hasan“), aber in der Ausstellung als ein Migrationstypus relativiert. (Es gab nicht nur Arbeitssuche als Migrationsgrund.)
  • Am Beispiel einer Dortmunder Familie türkisch-kurdischer Herkunft wird über drei Generationen
    beispielhaft der Aufbau Dortmunds als Einwanderungsgesellschaft. Diese intergenerationelle
    und stadtgesellschaftliche Perspektive ist bisher noch nicht oft gezeigt worden.
  • Die Ausstellung findet an zwei Orten statt: das Hoesch Museum steht für den Ort des arbeitsweltlichen Bezugs der Biografien; das Haus der Vielfalt steht als nicht musealer Raum zur Verfügung. Die gemeinsame Konzeption der Ausstellung an zwei Orten eröffnet erhebliche Chancen gegenwartsbezogener Thematisierung und Mobilisierung von Interesse an beiden Standorten.
  • Der Ausstellungsteil im Haus der Vielfalt stellt exemplarische Beispiele der 3. Generation aus. In
    der Vorbereitung der Ausstellung werden in der Regel hier schon geborenen Jugendlichen nicht nur
    interviewt, sondern sie können auch die Ausstellung direkt mit gestalten.

Dank der Förderung durch den Museumsverbund im Programm „Kultur macht stark“ können
Jugendliche in der Vorbereitung der Ausstellung als Peer- Leader ausgebildet werden, so dass Jugendliche durch die Ausstellungen Führungen machen können. Auch hier wird ein eher museumsfernes Publikum angesprochen. Jugendliche sprechen und diskutieren mit Jugendlichen, darüber hinaus kann so das Ausstellungsprojekt auch an den Schulen weiter verbreitet werden.
So wie wir bereits erwähnt haben, gibt es bereits in der Vorbereitungsphase begleitende Gesprächsrunden und Vorträge.

15.05.2014, Haus der Vielfalt
Was bedeutet das heute überhaupt noch „Migrationshintergrund“
Referentinnen: Katie Stüdemann/Sevim Kosan

12.06.2014, Hoesch Museum
Arbeitsmigranten bei Hoesch – Ein Thema der Mitbestimmung?
Referent: Rainer Lichte

03.07.2014, Haus der Vielfalt
Und die Frauen? – Von Generation zu Generation
Referentin: Angela Paul-Kohlhoff

04.09.2014, Haus der Vielfalt
Hier alt sein: – Die eingewanderten
Referentin Vikoria Waltz

A. Paul-Kohlhof